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Private 5G as-a-Service

Aktualisiert: 7. Juli

Mit Cisco steigt ein weiterer grosser IT-Player ins Private-5G-Business ein. Unternehmenskunden sollen 5G zu kalkulierbaren Kosten erhalten.

Mit Cisco hat ein weiterer grosser Player eine Private-5G-Lösung vorgestellt.
© James Thew

Ein privates 5G-Netz für das eigene Unternehmen ohne hohe Investitionen? Das verspricht Cisco mit seinem Private-5G-Angebot für Unternehmen, das der Netzausrüster auf dem MWC 2022 vorstellte. Allerdings adressiert der Konzern die Unternehmenskunden nicht direkt, sondern spricht vor allem Service-Provider und Systemintegratoren an, die dann eine Komplettlösung aus Private-5G-Netz und weiteren Services schnüren können.


Die Private 5G Technik

Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei Ciscos Private-5G-Offerte um ein Infrastructure-as-a-Service-Angebot. Dazu gehört zum einen die eigentliche Netztechnik (Antennen etc.), wobei Cisco auf Open-RAN-Technologie setzt. Hierzu arbeitet Cisco eng mit ORAN-Anbietern wie JMA und Airspan zusammen, deren Technik bereits in Testprojekten genutzt wird. Ferner umfasst das Angebot den eigentlichen 5G Core, der aus Ciscos TK-Portfolio stammt, für Aspekte wie das SIM-Management. Zudem gibt es eine Managementplattform aus der Cloud. Sie ist eine Weiterentwicklung der IoT-Managementplattform Cisco IoT Control Center. Zusammen soll dies den Cisco-Partnern als Private-5G-Plattform dienen, auf der dann weitere Services angeboten werden. Dies könnten etwa Cloud-Dienste von AWS, Google oder Microsoft sein, aber auch Industrie-Plattformen wie Siemens MindSphere, Cumulocity von der Software AG, um nur ein paar Beispiele zu nennen.


Letztlich lässt das Cisco-5G-Angebot - im Gegensatz zu anderen Offerten - erstmal die Business- und Prozesslogik aussen vor und liefert quasi eine Art Private-5G-Marktplatz für weitere Services. Dafür betont man bei Cisco, dass die eigene Lösung 5G nicht als Standalone-Netz behandle, sondern komplementär zu anderen Netzen betrachte - egal, ob LAN oder WLAN (Wi-Fi 6). Mit Blick auf Hybrid Work sieht man als deren typisches Einsatzgebiet eher den Office-Bereich, während Private 5G im OT-Segment verortet wird. Also bei Anwendungen wie etwa der Robotersteuerung, wo es auf sichere Netze mit niedriger Latenzzeit und Quality of Services (QoS) ankomme.


Managementlösung wird nachgeliefert

Auf Nachfrage räumt Cisco ein, dass das Zusammenspiel von Private 5G mit anderen Netzen im ersten Schritt nur Policy-basiert funktioniert. Allerdings arbeitet der Konzern, so Adam MacHale, Vice President Service Provider EMEAR bei Cisco, „mit Nachdruck an einer Managementlösung, die eine gemeinsame Administration und Orchestrierung der verschiedenen Netze ermöglicht.“ Denkbar sind dabei zwei Ansätze: Einmal in Richtung Cisco DNA Center, anderseits ist zudem eine Lösung im Meraki-Stil vorstellbar.

Mandanten- und rollenfähig ist die Managementlösung für Private 5G bereits heute. Somit können Unternehmen also entscheiden, ob sie das Management einer Private-5G-Lösung komplett dem Anbieter überlassen und sich etwa mit Statusinfos zufriedengeben oder Teile oder gar das ganze Netz selbst verwalten wollen.


Tarifierung

An seine Partner vermarktet Cisco Private 5G im Abo-Modell. Die Preisfindung basiert dabei auf drei Punkten. Neben einem Grundpreis fliessen in die Abogebühr die Netzgrösse (Zahl der Antennen) als auch die Anzahl der Endgeräte, also alle Devices mit einer SIM-Karte, ein. Die Partner selbst sind wiederum in der Preisgestaltung gegenüber den Unternehmenskunden frei.

Hierzulande konnte Cisco bereits zwei Partner für Private 5G gewinnen. Offiziell bekannt ist, dass die Logicalis Group auf Cisco-Basis entsprechende Lösungen offeriert. Mit dem Namen des zweiten Partners ist in wenigen Tagen zu rechnen.


Einer der ersten deutschen Anwender, der in Deutschland Cisco Private 5G nutzt, ist die Schaeffler-Gruppe in Herzogenaurach. "Wir haben das Potenzial von Private 5G erkannt, um wichtige Ziele wie die Fabrikautomatisierung und die erweiterte Kommunikation zwischen Maschinen zu erreichen", so Fabian Wagner, Global Head of Network Infrastructure Services bei der Schaeffler-Gruppe. "Dazu benötigen wir eine zuverlässige und sichere Lösung, die sich nahtlos in unser bestehendes Wi-Fi-Netzwerk integrieren lässt."

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